Archive for the 'Texte' Category

„Wein und… Plastikstühle“ – die erste Folge meines neuen Podcasts

Die erste Folge meines kleinen Podcastprojektes „Wein und…“ ist fertig geworden. Im Mittelpunkt stand dabei ein Thema, dass mir persönlich sehr am Herzen liegt: Plastikstühle. Zu Gast in Berlin sprach ich mit Tina Roeder und Jens Thiel, die sich seit 2002, bzw. 2003 intensiv auf künstlerische, designkritische, soziologischer und kultureller Perspektive mit dem Monobloc Plastikstuhl auseinandergesetzt haben.

Dank der – nicht ganz zufälligen – Themenauswahl für die erste Episode brauche ich „Wein und …“ gar nicht mal off-topic ankündigen. Ich freue mich, wenn ihr den Podcast-Feed abonniert und bin auf euer Feedback gespannt.

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Plastikstuhl-Links zur Abendschule der Verschwendung…

Die bei der Abendschule der Verschwendung angesteuerten Links gibt’s hier auf meinem delicious-Account unter dem Tag “asdv”. Und noch ein Paar Extras hier. Viel Spaß damit.

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Warum auch ein Genius kein Ersatz für DJ Plastikstuhl ist…

Nun. Vor dem letzten RischRusch habe ich meine iTunes-Bibliotheken mal wieder synchronisiert. Und als dann auf meinem Klappcomputer iTunes nicht geöffnet werden konnte, weil die Library von einer neueren iTunes-Version erstellt war (nämlich vom iMac daheim), musste ich zwangsläufig schnell auch auf meinem guten alten iBook ein Update machen. Nun also überall iTunes 8 mit der viel diskutierten Genius-Funktion. Im Prinzip ‘ne nette Idee und besser als Shuffle oder die eingebaute “Party-Jukebox”, aber eben doch beschränkt auf das was Genius kennt. Und das ist zwar quantitativ wohl mehr als ein/e DJ kennen kann, aber Spezialwissen kann da wohl vorerst nicht verlangt werden.

Schauen wir also mal wie gut Genius von seinen Nutzer_innen lernen kann und die haraway’sche Geburt einer Cyborg-DJ voran kommt.

Ein echter Gewinn in iTunes wäre übrigens eine optionale Fade-Funktion, mit der manuell von einem zum anderen Track gesteuert werden kann und ein iTunes, das von Haus aus eine externe Soundkarte als zweiten Audio-Ausgang akzeptiert. Bis dahin – oder bis zur Neuinvestition in ein MacBook (Pro?:-P), muss wohl die Behelfsversion mit iMic+Detour+VLC+iTunes als Sortiertisch genügen. – Das heißt nachdem ich das Problem zwischen iTunes 8 und Detour gefunden und behoben habe.

Boar. Was’n Geschwätz. Frohes neues Jahr und gute Nacht.

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Happy Independence Day! | !יום עצמאות שמח

… und einen wunderschönen Tag der Befreiung. Vor 63 Jahre kapitulierte Deutschland. Die Armeen der Sowjetunion, der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und Frankreichs befreiten Europa von Nationalsozialismus und Krieg und beendeten die Shoa, in der die Deutschen sechs Millionen jüdische Menschen ermordeten.

Drei Jahre später (nach dem jüdischen Kalender heute vor 60 Jahren) gründete sich Israel. Dem Land wurde nicht nur am Tag nach seiner Unabhängigkeitserklärung von den Nachbarn der Krieg erklärt. Bis heute muss die (jüdische wie arabische Bevölkerung) Angst vor Raketenbeschuss und Selbstmordanschlägen haben. Und dennoch. Heute ist Israel der einzige Staat, in dem jüdische Menschen nicht als Minderheit auf das Good Will der jeweiligen Mehrheit angewiesen ist.

Israel, die einzige Demokratie im Nahen Osten hat Geburtstag. Das ist für uns ein Grund zu Feiern. Und feiern werden wir nicht nur mit ein paar Worten und nicht nur am 8. Mai (dem Israelischen Unabhängigkeitstag nach dem jüdischen Kalender) und dem 14. Mai (dem Unabhängigkeitstag nach dem gregorianischen Kalender).

Ich schließe mich den Gratulationen des BAK Shalom an:

Diesen Monat nehmen wir uns zum Anlass, um auf eigene, wie andere Veranstaltungen aufmerksam zu machen. Wir wollen nachdenken und gedenken, bei verschiedenen Anlässen unsere Sympathie und Solidarität bekunden und natürlich feiern. Im Laufe des Mais werden wir weiterhin über aktuelle Events informieren, Hinweise von Politik bis Musik geben und euch mit Informationen versorgen. Anregungen nehmen wir gerne entgegen.

Und seit gestern sind die schicken neuen Aufkleber des BAK Shalom fertig:

Aufkleber des BAK Shalom | bak-shalom.de Aufkleber des BAK Shalom | bak-shalom.de
Aufkleber des BAK Shalom | bak-shalom.de Aufkleber des BAK Shalom | bak-shalom.de

Also. Happy Birthday Israel! Und: Happy Birthday Kapitulation!

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“Warum dieser Stuhl?”

Cover: Warum dieser StuhlTja, “Warum dieser Stuhl?”… Diese Frage musste ich als bloggender Plastikstuhlfotograf und -sammler auch oft beantworten. Bei mir beantwortet sich diese Frage über ein halbes Jahr in Israel, zufällige – unvermeidbare – Begegnungen mit hunderten von Plastikstühlen in Tel Aviv. Fotografieren, ohne einen Plastikstuhl im Motiv zu haben schien vieler Orts unmöglich. Und so schlich sich der Plastikstuhl in mein Leben. Erst zufällig, dann ebenso systematisch wie leidenschaftlich.

“Warum dieser Stuhl?” ist eine höchst persönliche Frage. – Mit Sicherheit gibt es mehr Sitzgelegenheiten als Gesäße auf Erden und glauben wir Jens Thiel, ist der Plastikstuhl davon die häufigste. Gar das häufigste Möbelstück dieses Planeten. – Jede und jeder mag ihre oder seine Vorlieben haben. Ich würde im Moment mit niemanden lieber mein Stuhl tauschen, als mit diesem Herrn am Strand von Tel Aviv.

Der extrem stylische schweizer Verlag Niggli hat ein ansehnliches Buch heraus gegeben, dass sich unserer hier wiederholten Frage widmet: “Warum dieser Stuhl?” In dem von Egon Chemaitis und Karen Donndorf herausgegebenen Werk kommen 18 “Gestalter über Gestaltung” zu Wort. Die Publikation stellt die gründlich redigierte und hübsch layoutete Verschriftlichung von neun moderierten Dialogen im freitagsforum der Universität der Künste in Berlin dar. Zu diesen brachten je zwei Architekt_innen, Designer_innen, Filmemacher_innen oder sonstige Gestalter_innen einen Stuhl ihrer Wahl mit. Und jede Gespächsrunde begann mit der selben Frage. Genau. “Warum dieser Stuhl?” Martí Guixé, 1964 geborener “Ex-Designer”, der unter anderem bereits imMoma und dem Centre Pompidou ausstellte war die Person, die den unvermeidbaren gemeinen Monoblock-Plastikstuhl mitbrachte.

warum_dieser_stuhl.jpg

Um es gleich zu sagen: Die Geschichte, die uns Guixé erzählt, ist nicht gerade die spannendste in diesem Buch.

Ich habe nicht so viel zu diesem Stuhl zu sagen. (Lachen) Es ist ein weißer Standard-Plastikstuhl.

Guixé berichtet, wie er 2004 in Milano, zehn dieser Stühle mit “Stop discrimination of cheap furniture” beschrieben hat und diese dadurch unglaublich teuer wurden. Und eigentlich ist hier bei Martí Guixé auch Schluss mit der Erzählung über den Stuhl. Es folgen Ausführungen über seine Projekte mit Klebeband, darüber, dass er nicht kocht, sondern sich irgendwas machen lässt, weil “man essen muss, um den Körper weiter in Funktion zu halten”. Und ähnlich sei es mit dem Sitzen. Form follows function. Und Schluss.

Eine interessante Bemerkung, nämlich dass “das Objekt” an sich in den letzten zwanzig Jahren an Bedeutung verloren hat und durch “die Marke” verdrängt worden sei, widerlegt Guixé durch den mitgebrachten Plastikstuhl eigentlich selbst. Schließlich ist dieses globale Objekt nicht durch eine Marke bis heute ein weltweites Phänomen, sondern durch seine Form. Doch der Ex-Designer meint, das Objekt sei nicht mehr wichtig. Und so verblasst auch alles was Guixé (zum Stuhl) zu sagen hat und kann getrost vernachlässigt werden. Nicht jedoch das Buch, welches auf seinen 270 Seiten viel wissenswertes, liebevolle Anekdoten und schöne Bilder enthält. Für Menschen, die sich für Design interessieren, gern sitzen und lesen eine lohnenswerte Anschaffung.

Chemaitis, Egon/Donndorf, Karen (2007): Warum dieser Stuhl. Gestalter über Gestaltung, Niggli-Verlag, Sulgen/Zürich

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Krasse Spam-Attacke… Kein Wunder, dass Google mich gekickt hat.

spam_attacke.jpg

Ende letzten Monats bekam ich eine böse Mail von Google, in der es hieß, ich würde durch verborgene Links meine Suchergebnisse manipulieren wollen. Ich hielt die Mail selbst erst für Spam, sah dann aber noch in den Google Webmaster Tools nach und erhielt dort die selbe Nachricht. Doch da ich die verborgenen Links nicht finden konnte, blieb mir nichts anderes übrig, als eine Antwort zu schreiben, dass ich von nix wüsste. Mithilfe einer anderen Suchmaschine und eines Texteditor konnte ich dann heute tatsächlich die versteckten Links zu irgendwelchen obskuren Porno-Seiten finden. In drei meiner Blogposts waren diese enthalten. Und ich habe keine Ahnung, wie diese dort hinein kamen. Nun ja. Ich habe mein Passwort geändert und werde schnellst möglich meine Wordpress-Software updaten. Schließlich gibt es gerade mal wieder eine leckere neue Version.

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Buchtipp: “Ein schönes Attentat” von Assaf Gavron

Assaf Gavron ist Musiker, Computerspieleautor und Schriftsteller. In der Jungle World von vorletzter Woche war ein Auszug aus seinem aktuellen Roman “Ein schönes Attentat” abgedruckt. Innerhalb von zwanzig Minuten, die ich zum Lesen des Textauszuges brauchte war ich abwechselnd sehr berührt, bewegt, amüsiert, schockiert, traurig, nachdenklich und bedrückt. Den Tränen nahe stieg ich aus der S-Bahn und dachte sowas wie “Na toll, der Tag ist wohl gelaufen!” Bei dem Sujet “Selbstmord”-Anschläge ist es sicherlich wenig verwunderlich, dass das Buch dazu beiträgt, eine_n ganz schön runter zu ziehen…

However. Das Buch habe ich kurzerhand bestellt und als Zwischenfazit nach knapp hundert Seiten bin ich nachwievor gefesselt davon. Also: kaufen! Und wer in Leipzig, Worms oder Buchholz in der Nordheide (oder in erreichbarer Entfernung zu einem dieser Orte) lebt, kann Assaf Gavron auch live lesen hören.

Ich gebe mich hier mal dem viralen Marketing hin und verbreite an dieser Stelle das Leseproben-Widget, dass der Luchterhandverlag zur Verfügung gestellt hat.


Im Buch lesen



Lesen Sie im Buch:

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99 Jahre Plastik

Leo H. Backeland ließ 1908 das Plastik patentieren, 1952 erlebte es bei der Messe “Wunder der Kunststoffe” den Durchbruch und bis heute ist das Material unersetzlich… Das facette-Blog beschäftigt sich in einem lesenswerten Beitrag mit dem umstrittenen Werkstoff und regt dazu an, Dichotomien (”Plastik toll! / “Plastik doof!”) zu überwinden:

Bio-Spülmittel, aber in einer Plastikflasche – der Gegensatz Natürlich-Künstlich bleibt
also dennoch ein Grundkonflikt unserer Kultur, denn der Entscheidung zwischen gelber
Tonne und Bio-Müll entkommen wir nicht. Sollten wir daher wählen, ob wir auf dem
Plastikstuhl oder der Holzbank platznehmen? Ist unser Held die androide Filmfigur Terminator – alias der grüne Gouverneur Arnold Schwarzenegger – oder lieber Pierre Brice, in der Rolle des edlen Wilden Winnetou? Egal – wir müssen keine Entscheidung treffen, denn wir verhalten uns ja schon selbst wie die Kunststoffe: Naturfreunde tragen Kunstpelze und E-Gitarren produzieren „handgemachte“ Rockmusik. Von Situation zu Situation neu und anders, flexibel wie Plastik eben.

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Sag mir, woher du kommst…

Es ist schon spannend, welche Daten im Netz so generiert werden. In der Wordpress-Verwaltungsoberfläche dieses Blogs sammelt ein kleines (leider nicht mehr weiterentwickeltes) “Referer”-Plugin die Daten der Links, über die sich Leute hierher verirrt haben. Im Moment sind das immerhin 75-100 Menschen pro Tag. Einige kommen von “befreundendeten” oder “benachbarten” Blogs, die hierher verlinken (und die ich dann meistens auch verlinke)… Eine große Zahl hingegen schneit über Google hier herein…

Leider lassen die wenigsten davon mal ein Kommentar hier, und so weiß ich leider, leider nicht ob plastikstuhl.de ihnen weitergeholfen oder gefallen hat.

Aber immerhin habe ich ja die Spur der so genannten Referer-URL, die z.B. verrät, wo nach jemand gegooglet hat, bevor sie oder er hier gelandet ist. Hier sind meine Top 5 von heute:

  1. Google-Suche nach “pimp your pali”: die suchende Person war wahrscheinlich eher enttäuscht, hier nicht sowas zu finden:
    Pimp your Wischlappen
  2. Eine Suche nach “haschisch post”, die eventuell mit einem neuem Lieblingslied, wohl kaum aber nach hinweisen darauf, wo’s was leckeres zum Rauchen hergibt geendet ist.
  3. Und sehr anrührend fand ich auch die Verlinkung von einem Punk- und Skin-Forum.
  4. Sehr gefreut habe ich mich auch über den Link aus dem MySpace-Blog von Crop Rotation, dem Musikprojekt von dem ich vor ein paar Tagen schrieb. Hier konnte ich mich gar alsgleich etwas nützlich machen.

Also liebe Leserinnen und Leser:
Lasst euch gesagt sein, dass ich mich durchaus auch mal auf einen Kommentar freue, in dem ihr schreibt, was euch hier her verschlagen hat!

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“Hast du Halsschmerzen oder hasst du Juden?” – Das Pali-Tuch.

Riotpropaganda hat einen Mopo-Artikel zur Renaissance des Palifeudels in Hamburg dokumentiert. Während dort richtig festgestellt werden, dass “auch” Nazis den mittlerweile tragen um ihre “anti-israelische Haltung” zur Schau zu tragen ist offenbar, wie Riotpropaganda richtig festhält, keine Zeit für Recherche verschwendet worden. Denn dann wäre wohlmöglich in dem Artikel auch festgehalten worden, dass das Tuch seit dem zweiten Viertel des letzten Jahrhunderts nicht bloß “auch” einen antisemitischen Bezug hat, sondern ganz explizit mit arabischen Antisemitismus verbunden ist. In einem Flugblatt der JDJL, bei Bad Weather archiviert wird kurz und knapp auf die Verbindung zwischen völkischen Strömungen in “Deutschland” und “Palästina” eingegangen:

In Deutschland sprechen heute nur noch die Nazis von Volksbefreiung und berufen sich auf den gerechten Kampf des palästinensischen Volkes, gegen Israel, gegen den Staat der Juden. Und da sind wir angelangt. Bei der Auseinandersetzung zwischen Palästinensern und Israel. Bereits zwischen 1936 und 1939 wurde das Kleidungsstück, das ursprünglich nur die ländlichen Fedayin Arabiens trugen, vom Großmufti von Jerusalem unter Strafandrohung bei der eigenen Bevölkerung durchgesetzt. Das Tragen europäischer Hüte wurde verboten. Diejenigen, die sich dagegen wehrten, wurden verprügelt oder erschossen. Die deutschen Nationalsozialisten haben diesen Großmufti finanziell unterstützt. So starteten die Nazis in Berlin eine Pressekampagne gegen die Teilung Palästinas. Prompt bedankte sich der Mufti bei den deutschen Nazis: Schon damit habe die deutsche Regierung dem Kampf der Araber in Palästina um ihre Selbständigkeit einen großen Dienst erwiesen. Das Pali -Tuch ist der Ausdruck des Kampfes gegen Israel.

Kein Wunder also, dass heute – neben vielen Menschen ohne reflektierten politischen Bewusstsein zum Nahostkonflikt und der deutschen Geschichte – die Kufiya heute in der BRD vor allem von Nazis und Steinzeitlinken getragen werden, die noch (wahlweise) der RAF, der SED, der Bewegung 2. Juni oder alten K-Gruppen nachtrauern. Dabei gibt es heute durchaus emanzipatorische Linke Gruppen, die sich differenzierter mit diesen Fragen auseinandersetzen (vgl. dort auch die Link-Liste zu israelsolidarischen Gruppen).

Ein lesenswerter Artikel darüber, wie der Staat Israel in den 1970er Jahren durch die antisemitische deutsch-palästinensische Achse konfrontiert war, findet sich übrigens im Tagesspiegel.

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