Neue EP: Crop Rotation

Crop Rotation EP

Da ist wieder einmal was Feines im Keller herangereift: Die E.P. von Crop Rotation, einem Projekt von Noam Klar (Tel Aviv). Mit der Hebräischen Beschreibung zu dem fünfteiligen Ton“träger“ bin ich kaum zu Recht gekommen, aber nach der englischen Übersetzung hat’s mich auch kaum noch gewundert:

The five tracks on the EP can best be described as eclectic, drawing from a wide range of styles and influences ? from eccentric, intimate pop tunes to more experimental and beat-oriented compositions, employing both electronic and acoustic instruments. Also evident is the presence of an unconventional approach to songwriting and structuring, which is wholly unique and makes for a varied and highly interesting debut.

Die Aufnahmen sind sehr dicht und kompakt. Zum Teil wirken sie etwas wirr und beim ersten hören hatte ich oft den Eindruck, ich würde versehentlich zwei verschiedene Stücke synchron abspielen. Definitiv kein Easy Listening, aber sehr lecker.

Wenn die E.P. ein Wein wäre, würde sich meine Beschreibung (ja, ich schreibe Weinrezensionen) etwa so lesen:

Intensives Bukett, leicht stechender Geruch: eine komplexe Gemengelage verschiedener Düfte. Herb im Ansatz, und kantig im Mund, ein leicht unangenehme Trockenheit hinterlassend, aber insgesamt gut im Abgang. Definitiv ein Cuvée, aber kein Gepansche. Kein Terassenwein, aber gut zu kräftigen Käse oder Wild 😉 …

Naja. Gut, dass es kein Wein ist. Trotz allem für euch, ein kleiner Tropfen als Vorgeschmack auf ein gelungenes Produkt, dass hier kaufbar ist – oder kostenlos geladen werden kann:

Crop Rotation – I thank you from the bottom

Auf der Jagd nach dem höchstgelegenen Plastikstuhl der Welt

Rekorde, Rekorde! Immer wieder stellen sich Menschen allen möglichen Herausforderungen. Tief tauchen, weit springen, lange meditieren, den Südpol zu Fuß erreichen oder aber hoch klettern. Stefan bloggt gerade vom Manaslu, den achthöchsten (immerhin;-)) Berg der Welt und schickt von dort ein Foto – von einem Plastikstuhl auf 4850 Meter. Mont Blanc-Höhe… Aber da geht doch noch einiges, oder?

Also. Wer kennt Plastikstühle oberhalb von 5000 Meter Höhe? Nach dem südlichsten Plastikstuhl der Welt eine neue Herausforderung!

Plastikstuhl am Manaslu

Hebräisch Lernen in Hamburg

Am besten lässt sich Hebräisch natürlich in Israel lernen. Kein Zweifel. Für wen das kurzfristig nicht möglich ist, bieten sich in Hamburg ein paar Möglichkeiten. Bei der Volkshochschule, wo ich bisher bei zwei super Lehrer_innen gelernt habe, an der Uni oder bei einem Sprachlernclub am Roten Baum. Wer Lust hat, Hebräisch zu lernen (zum Beispiel um die Texte beim RischRusch – Club Tel Aviv zu verstehen) und die neuen Kurse an der VHS oder der Uni verpasst hat, hat noch eine neue Möglichkeit in Hamburg:

עברית– Hebräisch
For Beginners

For people who always want to know the Alef Bet…
A new class will be open on November.

10 weekly sessions of 3 academic hours
On Wednesdays

Affordable Price!

Given by experienced academic native speaker teacher
Email Inbar:
inbar.perez (AT) gmail.com

Sehr zu empfehlen. Unsere (etwas fortgeschrittenere) Gruppe hat jedenfalls auch hier eine Menge Spaß…

„Hast du Halsschmerzen oder hasst du Juden?“ – Das Pali-Tuch.

Riotpropaganda hat einen Mopo-Artikel zur Renaissance des Palifeudels in Hamburg dokumentiert. Während dort richtig festgestellt werden, dass „auch“ Nazis den mittlerweile tragen um ihre „anti-israelische Haltung“ zur Schau zu tragen ist offenbar, wie Riotpropaganda richtig festhält, keine Zeit für Recherche verschwendet worden. Denn dann wäre wohlmöglich in dem Artikel auch festgehalten worden, dass das Tuch seit dem zweiten Viertel des letzten Jahrhunderts nicht bloß „auch“ einen antisemitischen Bezug hat, sondern ganz explizit mit arabischen Antisemitismus verbunden ist. In einem Flugblatt der JDJL, bei Bad Weather archiviert wird kurz und knapp auf die Verbindung zwischen völkischen Strömungen in „Deutschland“ und „Palästina“ eingegangen:

In Deutschland sprechen heute nur noch die Nazis von Volksbefreiung und berufen sich auf den gerechten Kampf des palästinensischen Volkes, gegen Israel, gegen den Staat der Juden. Und da sind wir angelangt. Bei der Auseinandersetzung zwischen Palästinensern und Israel. Bereits zwischen 1936 und 1939 wurde das Kleidungsstück, das ursprünglich nur die ländlichen Fedayin Arabiens trugen, vom Großmufti von Jerusalem unter Strafandrohung bei der eigenen Bevölkerung durchgesetzt. Das Tragen europäischer Hüte wurde verboten. Diejenigen, die sich dagegen wehrten, wurden verprügelt oder erschossen. Die deutschen Nationalsozialisten haben diesen Großmufti finanziell unterstützt. So starteten die Nazis in Berlin eine Pressekampagne gegen die Teilung Palästinas. Prompt bedankte sich der Mufti bei den deutschen Nazis: Schon damit habe die deutsche Regierung dem Kampf der Araber in Palästina um ihre Selbständigkeit einen großen Dienst erwiesen. Das Pali -Tuch ist der Ausdruck des Kampfes gegen Israel.

Kein Wunder also, dass heute – neben vielen Menschen ohne reflektierten politischen Bewusstsein zum Nahostkonflikt und der deutschen Geschichte – die Kufiya heute in der BRD vor allem von Nazis und Steinzeitlinken getragen werden, die noch (wahlweise) der RAF, der SED, der Bewegung 2. Juni oder alten K-Gruppen nachtrauern. Dabei gibt es heute durchaus emanzipatorische Linke Gruppen, die sich differenzierter mit diesen Fragen auseinandersetzen (vgl. dort auch die Link-Liste zu israelsolidarischen Gruppen).

Ein lesenswerter Artikel darüber, wie der Staat Israel in den 1970er Jahren durch die antisemitische deutsch-palästinensische Achse konfrontiert war, findet sich übrigens im Tagesspiegel.

The Plastic Chair Replacement Program

plastic chair replacement program

Nicht alle Menschen lieben den lieben Plastikstuhl. Manche finden ihn wirklich scheußlich. Die Macherin des Blogs Hollyhocks zum Beispiel. Dort beschreibt sie, wie sie, wenn sie im Lotto gewinnen würde das Geld dazu nutzen würde, einen Wohltätigkeitsfonds zum Austausch von „hässlichen“ Plastikstühlen, gegen Schaukelstühle oder antike Holz- oder Metallsitzgelegenheiten initiieren würde. Damit die Vorgärten und Veranden dieser Welt mit entsprechendem Inventar ausgestattet werden können. Hollyhocks hat seinen Sitz im Staate New York, also in der Gegend, in der ich vor kurzen offenen Auges nach Plastikstühlen Ausschau hielt. Und meines Empfindens seeeeehr wenige sah.

Diese hier in Coney Island, nahe dem abgewrackten Vergnügungspark, der in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts mal so ‘nen Status gehabt haben soll wie Disney Land heute, waren einige der raren Objekte der Begierde:

Plastikstühle in Coney Island

Auf ein Neues! – RischRusch diesmal (ausnahmsweise) am Freitag (den 19. Oktober)

Vielleicht waren es die zwei Wochen in New York (bzw. New England – yeah! dazu demnächst mehr), vielleicht ist es der vorgezogene Termin… Der Termin für den dieswöchigen RischRusch – Club Tel Aviv kam rasend schnell.

Am Freitag, den 19. Oktober ab 22 Uhr ist es soweit. Dann spiele ich euch im Konsum (Stresemannstraße 13) wieder die schönsten Stücke aus meinem israelischen Musikkoffer. Und freue mich über bekannte und neue Ohren.

Und ab dem 24.11. sind die Termine dann wie immer erst nach Shabbat-Ende. Versprochen.

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