My War feat. Those White Plastic Chairs

Die Indieposse My War kommt aus Hamburg, nicht aus Israel… Keine Angst. Dieser Beitrag hier keinesfalls deplaziert stehen. Im Video zu „Last Chance Cowboy“ passiert das unvermeintliche: Die Band läuft durch die Hansestadt und Zentner von Wittmann III. läuft dabei an weißen Plastikstühlen vorbei und macht dabei eine gute Figur. Die Plastikstühle versuchen der sonnigen Szene etwas Schlichtheit beizugeben und füllen den Gehweg mit Charm. Die Musik dudelt weiter. My War klingen hier ein bisschen als ob sie versuchen sich wie alt-geworden anzuhören. Aber gut. Keine Frage.

So weit so gut doch dann. Unter dem Clip auf my-war.de steht, dass es am 29. Dezember die letzte Möglichkeit geben würde, die Band im echten Leben zu sehen. Das ist doch nicht wörtlich gemeint?! Das bezieht sich doch bloß auf 2006?! Das soll doch wohl keine Auflösungserklärung sein?! Oder?! Alter, ihr seid niedlich. Aber doch nicht fertig, oder?!

Gebete auf Plastikstühlen / Plastic Chairs Around the Globe

Plastikstühle sind ein globales Phänomen. In dem kürzlich hier geposteten Beitrag zum kuechenradio.org-Interview ist dies deutlich geworden. Sehr anschaulich wird dies auch bei einer Fotosuche nach mit „plastic chair“/“plastic“+“chair“ betitelten, mit geotags versehenen Bildern bei flickr (siehe Bild). Auffällig ist natürlich, dass die Auswahl durch die materiellen Ressourcen von Fotograf/innen und deren Reiseziele eingeschränkt ist. Wer kann sich Digitalkamera+Internetzugang+Zeit-für-so’n-Scheiß leisten? Wer kann sich die Reise zu Plastikstühlen leisten? Wer entscheidet sich für welches Fotomotiv?

Um so länger ich auf die Karte schaue, desto leerer wird sie. Nun ja.

Jedenfalls bin ich eben auf ein Foto von „unclewilco“ aus Wales gestoßen, der Fotos von sheds (also Hütten oder Lauben) macht und sammelt. Das Foto (siehe unten) zeigt eine hüttengroße Kapelle in Ibiza – frisch renoviert für 38.000 € –, auf denen Besucher/innen zum Beten auf einem hübschen weißen Plastikstuhl Platz nehmen können. Die Stammlesenden und RSS-Abonent/innen dieser Seite erinnern sich vielleicht an das Sukkah-Bild vom jüdischen Laubhüttenfest. Ein weiterer Hinweis, dass Religion und damit verbundene Bräuche und Plastikstühle nicht unvereinbar sind. Der Plastikstuhl ist halt globales Gemeingut und passt sich wie ein Chameleon seiner Umgebung an. Ohne dabei unsichtbar zu werden. Wir finden ihn überall.

Time For Next RischRusch – Club Tel Aviv (23.12.2006)

Am 23. Dezember, zwischen Channuka und Weihnachten findet im der nächste RischRusch – Club Tel Aviv statt. Auch diesmal wird das Konsum in der Stresemannstraße 13 in Hamburg Ort des geschehens sein, an dem israelisch Musik (fast) aller Genre durch die CD-Player und den Laptop gejagt werden.

An dieser Stelle sei noch mal allen gedankt, die mich durch Lob und konstruktive Kritik – für Musik und Dias – in verschiedener Form dazu ermutigt haben, weiter zu machen und mein Alter Ego ‚DJ Plastikstuhl‘ so schnell erst mal nicht abzulegen. Anregungen für die Playlist und Hinweise auf mir bisher unbekannte Musik nehme ich weiterhin gerne entgegen. Und bei technischer Realisierbarkeit werde ich auch am 23.12. noch mal ein paar Fotos von Plastikstühlen aus Israel mitbringen.

Wir seh’n uns im Konsum! Spread the word and invite some friends! Der Eintritt ist wie immer im Konsum frei.

PS: ab Samstag, den 24.02.2007 wird der RischRusch Club übrigens regelmäßig stattfinden: an jedem letzten Samstag im Monat!

Weihnachten + Chanukka = Weihnukka

Die Feiertage rücken näher und damit häuft sich auch die Vorfeiertagsberichterstattung in diversen Blogs. Folgende Videos zu diesem Thema fand ich dazu bei Chajms Sicht. Besonders der erste Beitrag, in dem Sarah Silvermann Santa Klaus ordentlich die Leviten ließt finde ich sehr amüsant.

Und während in Tel Aviv Whams „Last Christmas“ durchs Radio dudelt, bietet sich in Berlin die Gelegenheit für einen hübschen Bummel über den Chanukka-Markt

Küchenradio.org » KR_069 – Plastikstuehle

„Ein Satz wie aus einem Manifest: Der – primär weiße – Plastikstuhl ist das erfolgreichste Meuble unserer Epoche. Der Monobloc – ja, genau, der, aus einem Stück gegossene, weiße Plastikstuhl, den alle kennen – ist weit mehr als ein Sitzmeuble, das abwaschbar, billig und stapelbar ist. Es ist nicht nur das beste Meuble, das die Menschheit bisher hervorgebracht hat, wie unser Gast Jens Thiel findet, sondern der Weg zum Weltfrieden und die Antwort auf alle drängenden Fragen der Menschheitsgeschichte, selbst auf die, die noch nie jemand gestellt hat. Jens Thiel erforscht den Monobloc. Und erzählt uns davon. Auf Holzstühlen.“
(Küchenradio.org » Blog Archive » KR_069 – Plastikstuehle)

Als ich mich vor ’nem guten Jahr bei flickr anmeldete und auf die Gruppe Those White Plastic Chairs stieß, wahr ich heil froh: fast 100 Mitglieder! Ich bin nicht der einzige Mensch, der sich für Plastikstühle interessiert. Von flickr war es nicht weit zum Kontakt zu functionalfate.org – das Monobloc-Blog von Jens Thiel aus Erfurt, der sich seit einer halber Ewigkeit mit Plastikstühlen beschäftigt.
Der Macher von functionalfate.org, der mich in einem freundlichen Beitrag gar zur Rosa Parks der Plastikstuhlpopulation adelte, ist nun in einem durchaus höhrenswerten Interview von kuechenradio.org zu hören und erzählt dort allerhand interessantes zum Plastikstuhl:

kuechenradio.org Podcast-Interview mit Jens Thiel

Wars Are Far Away – אלכסנדרה ואנה (Alexandra & Anna)

Am Rande des letzten RischRusch Clubs* bin ich von einer Freundin darauf angesprochen worden, wie viel Einfluss der Nahostkonflikt auf die Musikszene in Israel hat. Eine interessante Frage. Natürlich gibt es Texte in denen Krieg, Anschläge, Angst und Bedrohung thematisiert werden. Einige Hits von israelischen Popgrößen waren Friedenslieder…

Aber dennoch, dachte ich, scheint Musik auch die Funktion zu haben, andere Themen auch mal zu thematisieren. Zum Teil verhilft die Musik vielleicht auch dabei, zumindes „gefühlt“, weit weg von Krieg und Anschlägen zu sein. Wer Wochenends mal in den Clubs, Discos, Bars und Kneipen in Tel Aviv unterwegs war, weiß, wovon ich sprechen. Die Laune am Feiern, lässt man sich trotz der ständigen Bedrohung von „Selbstmord“attentäter/innen und DIY-Raketen (die zum Glück nur eine beschränkte Reichweite haben) nicht wegbomben. Und seit der Schutzzaun dichter geworden ist, nimmt die wahrgenommene Bedrohung wohl auch ab. – Niemand berichtet ja hier in Europa über die mehrfach wöchentlich verhinderten Anschläge.

„Wars Are Far Away“ ist der Titel eines Songs auf dem aktuellen Album von Alexandra & Anna. Das Entdecken eines neuen Videos auf dem Blog des Indie-Distributors Basement nehme ich hier mal zum Anlass, auf dieses Duo aufmerksam zu machen, die wirklich schönen LoFi-Triphop machen.

Die Bandwebseite scheint nicht verfügbar zu sein, aber natürlich haben auch אלכסנדרה ואנה eine myspace-Seite. Das Album kann kostenlos als .zip-Datei geladen werden, ist aber auch käuflich zu erwerben. Dann gibt’s das ganze mit selbstgebastelten Cover. Auch schick!

*) PS: Der nächste RischRusch – Club Tel Aviv findet übrigens haargenau an dem Tag zwischen Channuka und Heiligabend statt: am 23.12.2006

about:blank – Das erste komplett auf einem Handy aufgenommene Album
Das Nichts ist nur ein Nichts weil wir sagen, es wäre Nichts!

It’s all about Machbarkeit. Es wird getan, was getan werden kann. Die Diktiergerätfunktion von Mobiltelefonen zum aufzeichnen von Ideen zu nutzen ist keine besonders neue oder originelle Idee. Vor dem Handy war es der Anrufbeantworter von FreundInnen oder BandkollegInnen, der als Speicher für geniale Songideen herhalten musste. Nun halt das Handy. Soweit, so what?!

Nun aber hat der israelische Singer/Songwriterabout:blank umfasst zehn kurze Stücke. Schöne Stücke. Stücke über Enttäuschungen, gedachte Freunde, Pornographie und Träume von Häusern am Strand.

„about:blank“ bezaubert durch einen unaufdringlichen Scharm und post-postmoderne Simplizität: Gesang. Gitarre. Pianogeklimper. Und ein leises Grundrauschen von der Aufnahme mit seinem Nokia N80. Und vor jedem Track ein Piep. Schön! Der Titel des Albums könnte kaum treffender sein. about:blank ist nur scheinbar die absolute Leere. Der social-Bookmark-Dienst del.icio.us belegt ganz treffend, wie auch das Nichts nur durch den Diskurs zum Nichts geworden ist. Kein Nichts ist unbeschrieben. Schon gar nicht about:blank. So schildert Omri Levy diese vermeintliche Leere als Startpunkt seiner Reisen durch das Internet. Er kann ein Lied davon singen, wie so viele die dort wohnen. Aber er singt über seine Reisen mit seinem Auto. Vielleicht starten ja auch diese im Nichts. Oder kommen zumindest dort an.

Doch hört selbst:
Omri Levy – Me and my Car

Gilmore Girls moving forward to take a seat on one of those white plastic chairs

Die Arbeit staut sich, auf dem Schreibtisch liegen Berge von Papier, das sortiert werden will, die To Do List wird länger und länger. Was liegt also näher, als sich möglichst viele Folgen einer kurzweiligen TV-Serie anzugucken.
Bisher eine ganze Menge, zumal keine Serie wirklich ansprechend zu sein schien… Doch da sind die Gilmore Girls aufgetaucht. Zum Teil spielt die Serie leider mit abgekauten Klischees… aber es gibt wohl keine Serie im Falschen… Naja.
Immerhin laufen die Serienheldinnen Lorelai und Rory ab und zu mal an einem Plastikstuhl vorbei, wie z.B. hier in der 15. Episode der 4. Staffel.